1/14 Umgestaltung Innenstadt Baunatal

2/14 Umgestaltung Innenstadt Baunatal

3/14 Umgestaltung Innenstadt Baunatal

4/14 Umgestaltung Innenstadt Baunatal

5/14 Umgestaltung Innenstadt Baunatal

6/14 Umgestaltung Innenstadt Baunatal

7/14 Umgestaltung Innenstadt Baunatal

8/14 Umgestaltung Innenstadt Baunatal

9/14 Umgestaltung Innenstadt Baunatal

10/14 Umgestaltung Innenstadt Baunatal

11/14 Umgestaltung Innenstadt Baunatal

12/14 Umgestaltung Innenstadt Baunatal

13/14 Umgestaltung Innenstadt Baunatal

14/14 Umgestaltung Innenstadt Baunatal

Umgestaltung der Innenstadt Baunatal

Realisierung, 1. Preis

Ort: Baunatal (D)

Auftraggeber: Stadt Baunatal

Ansprechpartner: Frau Steinkemper

Planungszeitraum: 2012-2014

Größe: ca. 2300 m², 1. Bauabschnitt

Fotograf: Fotoatelier Holtschneider

Das städtebauliche Bild der europäischen Stadt dient als Motiv für die Weiterentwicklung und Umgestaltung des Baunataler Zentrums. Das Zentrum wird städtebaulich neu geordnet, bestehende Strukturen weitergebaut, neue Nutzungen ergänzt und klare Freiräume ausgebildet. Ferner wird die Ausdehnung des Zentrums zwischen der Friedrich-Ebert-Allee, der Kirchbaunaer Straße, der Maximilian-Kolbe-Straße sowie der Rudolf Diesel Straße definiert. Der bestehende Nutzungsmix aus Einzelhandel und Wohnen wird durch zwei weitere Einkaufszentren, mehrere Wohngebäude und langfristig durch ein neues Büro- und Verwaltungsquartier auf dem EON-Gelände ergänzt. Durch diesen zeitgemäßen Nutzungsmix entsteht ein ganztägig lebendiges und vielseitiges Innenstadtleben. Die Körnung der neuen Gebäudestrukturen ordnet sich dabei dem Herkulesmarkt unter, dessen räumliche Ausdehnung durch Neubauten nicht überschritten werden sollte.

 

Die städtebaulich-freiräumliche Entwicklung des Baunataler Zentrums ist voraussichtlich eine „Herkulesaufgabe“ für die nächsten 10-30 Jahre. Das vorliegende Konzept zeigt eine Vision für einen Rahmenplan, der sich in den nächsten Jahren weiter entwickeln muss. Innenentwicklung vor Außenentwicklung – übertragen auf das Baunataler Zentrum entwickelt sich die Innenstadt ausgehend vom Marktplatz, als einen der ersten Bausteine, über die Fußgängerzone und die vier sternförmig angeordneten Plätze, bis zum Baunataler Boulevard als finalem Baustein der Zentrumsentwicklung. Der freiräumlichen Entwicklung muss allerdings eine städtebauliche Entwicklung vorausgehen. Eine städtebauliche Neuordnung sowie eine umfangreiche städtebauliche Nachverdichtung des Zentrums bilden die Grundlage für wohlproportionierte Freiräume. Zudem ist die Stärkung des Nutzungsmixes aus Einzelhandel, Wohnen, Verwaltungs- und Bürogebäuden entscheidend für eine funktionierende, lebendige  Innenstadt.

 

Freiräumliches Konzept

Mittelfristig sollen die angrenzenden Straßenräume der Baunataler Innenstadt zurückgebaut und auf zwei Fahrspuren reduziert werden. Auf dieser Grundlage wird ein Motiv für die „In-Wert-Setzung“ des Zentrums entwickelt. Die geschliffenen Befestigungsanlagen vieler europäischer Altstädte sind Vorbild für den neuen Baunataler Boulevard, der sich als ringförmige Allee um das Stadtzentrum legt. Des Weiteren werden analog zum bestehenden Europaplatz drei weitere, grüne Stadtplätze als Innenstadteingänge an allen Himmelsrichtungen des Baunataler Zentrums angelegt. Ein einheitlicher Belag und ein durchgängiges Ausstattungskonzept dienen als Konstante der Zentrumsgestaltung. Der neue Marktplatz mit seiner Marktbühne und der Marktlounge bildet das lebendige Herz des Baunataler Zentrums.

Lupenräume

Als erste Baumaßnahmen wird im Jahr 2013 der Wohn- und Geschäftshäuser am Stadtgarten sowie voraussichtlich 2014 der Posthof umgesetzt.

Wohn- und Geschäftshäuser am Stadtgarten

Im Bereich der Fußgängerzone vor den Wohnhauseingängen „An der Stadthalle“ 14+16 entsteht der neu gestaltete Stadtgarten. Dieser befindet sich auf öffentlichem Grund. Ein Rhythmus aus ca. 50cm hohen Hochbeeten, die mit unterschiedlichen Gräsern und Stauden bepflanzt sind, wechselt sich mit Ausstattungselementen, wie Bänken, Abstellflächen, einer Spielfläche und Kleinarchitekturen ab. Für die Bewohner des Hauses werden neue Fahrradständer aufgestellt. Bänke laden zum Verweilen ein. Auch eine kleine Spielfläche ist integriert und bietet Kindern die Möglichkeit kurz zu verweilen. Zukünftig wird der Müll in geschlossenen Mülleinhausungen untergebracht. Diese können entweder in Holz oder einer Kombination aus Holz und Stahl ausgebildet zu werden. Die Hausnummern der Hauseingänge können deutlich sichtbar an diesen angebracht werden. Durch die Integration der Sitz- und Spielmöglichkeiten in den Rhythmus der Pflanzbeete, die auch von der Öffentlichkeit genutzt werden können, wird der Stadtgarten sowohl den Mietern als auch der Öffentlichkeit gerecht.

Bei der Überplanung des Tiefgaragenabgangs wird auf Offenheit und Helligkeit geachtet werden, damit dort kein Angstraum entsteht. Der Abgang wird in den Materialien Stahl und Glas ausgebildet und intergriert sich ebenfalls in den Rhythmus der Hochbeete.

Das Gestaltungshandbuch sieht zukünftig eine Akzentuierung der Fußgängerzone durch abgehängte Beleuchtung vor. Diese wird jedoch erst zu einem späteren Zeitpunkt umgesetzt.

Vorgärten Wohnhäuser

Zur klaren Neuordnung der Innenstadt und zur Abgrenzung zum öffentlichen Raum werden in den Vorgartenzonen der Wohnhäuser „An der Stadthalle“ 8-10 sowie an der „Johann-Siegmund-Schuckert-Straße“ 1 untergliederte Heckenpflanzungen vorgeschlagen. Im Rhythmus der Heckenstrukturen werden benötigte Ausstattungselemente, z.B. Mülleinhausung sowie Abstellmöglichkeiten für Fahrräder, Kinderwagen integriert, so dass klare Raumkanten des Quartiers entstehen und eine Grenze zwischen privat und öffentlich gebildet wird.

 

Jeweils neben den Eingängen von „an der Stadthalle“ 8-10 werden ausreichend Fahrradständer aufgestellt. Zusätzlich befindet sich hier weiterer Abstellplatz für z.B. Kinderwagen. Die gemeinsame Mülleinhausung befindet sich westlich von „An der Stadthalle“ 8. Der dort bestehende Trafo wird in die Gestaltsprache der Heckenblöcke integriert. Entlang der Johann-Siegmund-Schuckert-Straße Nr. 1 wird über die Grundstücksgrenzen des Geschäftshauses Orendt bis an die Gebäudekante für die Stadt geplant. Für die Postlagerstelle im Solarium an der Johann- Siegmund-Schuckert-Straße Nr. 1 werden vor dem Gebäude drei Kurzzeitparkplätze sowie ein Behindertenstellplatz eingerichtet. Die Aufweitung vor dem Gebäude nördlich von der Kirche wird zukünftig von Außengastronomie bespielt und ist Startpunkt für die verkehrsberuhigte Zone in der Innenstadt. Ein neuer gemeinsamer Müllstandort für die Bewohner Johann- Siegmund-Schuckert-Straße Nr. 1 wird in das süd-östliche Heckenband integriert. Entlang der Straßen werden schlichte Lichtstelen die Bereiche ausreichend ausleuchten.

Stadteingang Postgasse

Die Postgasse soll zukünftig wieder deutlich als Stadtzugang erkennbar sein. Dies wird durch eine neue großzügige Gestaltung des ehemaligen Posthofes erreicht.

Die Fläche ist Eigentum der Stadt und öffentlich zugänglich. Zukünftig wird der Hof jedoch sowohl als repräsentativer Raum als auch als attraktiver Pausenraum von dem Nutzer des ehemaligen Postgebäudes, der Diakonie, genutzt werden.

Der Posthof übernimmt die Aufgabe eines Stadtzugangs. Er wird offen gestaltet und als halböffentlicher Platz mit einem Podest mit ca. 4 verschleifenden Stufen ausgebildet. Das Plateau ist an der höchsten Stelle ca. 1m höher als die angrenzende Marktstraße. Es wird z.B. in wassergebundener Wegedecke oder Terraway ausgebildet. Im Anschluss an das Gebäude im Übergang zur Postgasse bleibt ein niveaugleicher Zugang erhalten. Die Rampe in der Postgasse wird ebenfalls behindertengerecht ausgebildet.

Eine lange Bank steht vor dem Gebäudesockel und lädt zum Verweilen auf dem Podest ein. Beschattet wird der Platz durch einen mehrstämmigen Baum. Zusätzlich wird der Stadteingang mit einer Pflanzschale akzentuiert.

Die Müllbox soll in den Sockel des Terrassenvorsprungs integriert werden. Fahrradstellplätze werden im Innenhof vom Gebäude nachgewiesen werden.

Das Gestaltungshandbuch sieht auch für die Postgasse eine Akzentuierung durch abgehängte Beleuchtung vor. Diese wird auch hier erst zu einem späteren Zeitpunkt umgesetzt.