Lennepromenade, Plettenberg
| Ort: | Köln |
| Auftraggeber*innen: | Stadt Plettenberg |
| Planungszeitraum: | 2012-2013 |
| Leistungsphasen: | 1-3 |
| Größe: | ca. 8600m² |
| Fotographie: | Fotoatelier Holtschneider, Lohmar |
KONZEPT
Im Rahmen des Projektes „LenneSchiene“, Teil der REGIONALE 2013 Südwestfalen, ist geplant, einen Abschnitt des Kilian-Kirchoff-Damms im Plettenberger Stadtteil Eiringhausen als Uferpromenade für Fußgänger und Radfahrer sowie eine derzeit als Schotterparkplatz dienende Fläche zwischen Berufsschule, Katholischer Kirche und Heinrichstraße als Stadtplatz auszubauen. Ziel des Entwurfes ist es, den entlang des Flusses Lenne verlaufenden Weg aufzuwerten, an die angrenzenden Stadtquartiere anzubinden und die Bewohner und Touristen des Ortes einzuladen, den Fluss und seine angrenzenden Ufer zu erleben.
Für die Lenne selbst ist eine ökologische Gewässerrenaturierung in Planung U.a. soll der Gehölzbestand stark ausgelichtet und auch die Böschungen entlang der Ufer neu modelliert werden.
LENNEPROMENADE
Die Uferpromenade ist in klare Nutzungszonen gegliedert. Ein 30 cm breites Cortenstahlband fasst Mastleuchten, Abfallbehälter, Infotafeln und Wegweiser zusammen und knüpft an die lokale Metalltradition an.
Nördlich davon markiert ein geschnittener Heckenstreifen aus Rot- bzw. Hainbuche die Grenze zu den privaten Grundstücken. Bestehende Einfriedungen wurden geprüft und in Abstimmung mit den Anrainern angepasst.
Die 3,60 m breite Bewegungszone wurde als durchgehende Mischnutzungsfläche mit beigefarbenem Reaktionsharz-Asphalt realisiert.
Mehrere Holzbalkone – darunter auch der Zugang vom Seniorenheim – bieten Aufenthaltsbereiche mit Blick auf die Lenne. Aufgrund der Lage unterhalb des HQ100 wurde dauerhaftes Holz wie Eiche verbaut.
Die bestehende Säuleneichenreihe wurde erhalten und durch Neupflanzungen ergänzt.
LENNEPLATZ UND TERRASSE
Der Lenneplatz bildet heute den Endpunkt der Verbindung vom Bahnhof bzw. Ortskern Eiringhausen zur Lenne. Als verbindendes Gestaltungselement wurde – analog zur Promenade – die Säuleneiche eingesetzt. Der nach Süden offene Platzraum setzt die Kirche neu in Szene und bindet das bestehende Kriegerdenkmal ein. Die westliche Platzkante wurde so vorbereitet, dass ein späterer Cafépavillon möglich bleibt.
Der nördliche Platzbereich dient als Parkplatz der Berufsschule. Locker wachsende, standorttypische Bäume sowie geschnittene Rotbuchenhecken fassen den Bereich ein.
Der südliche Bereich fungiert als öffentlicher Aufenthaltsraum mit freiem Blick über die Lenne und die Landschaft. Der Platz erhielt – wie die Promenade – eine farbige Asphaltoberfläche. Plattenbänder greifen die Gebäudefluchten, insbesondere die der Kirche, auf. Versorgungspoller und Hydranten sind an den Platzrändern integriert.
Ein grünes Band entlang der Längsseite begleitet Besucher zur Promenade. Es nimmt Bänke, Fahrradbügel und Beleuchtung auf und ist mit Gräsern, Stauden und Frühjahrsblühern bepflanzt. Vorgelagert zur Kirche wurde eine repräsentative Pflanzfläche aus geschnittenen Heckenkörpern angelegt, ergänzt durch eine neue direkte Wegeanbindung.
Die Säuleneichenreihe der Promenade öffnet sich über die Breite des Platzes. Dort liegt heute ein begrünter Uferhang mit Sitz- und Liegeblöcken aus Beton. Eine seitlich angeordnete Blockstufentreppe führt zur erhöhten Lenneterrasse aus Holz. Beide Bereiche sind hochwasserüberflutbar; die Terrasse ist mit Spundwänden gesichert und aus sehr dauerhaftem Holz gefertigt.
KOPFPLATZ
Die Promenade endet im Osten nach der Unterführung der Neuen Brücke tieferliegend an der Alten Lennebrücke. Dort wurde ein großer Holzbalkon als Abschluss realisiert. Bestehende Wege führen weiter zur Bahnhofstraße.
Unter der Neuen Brücke entstand ein Platz für Jugendliche. Ein heller, farbiger Anstrich bzw. ein „Himmel“ aus Edelstahl an der Brückenunterseite sowie eine gezielte Beleuchtung werten den Raum deutlich auf. Eine Skaterbowl und von der Brückendecke abgehängte Schaukeln schaffen Angebote für Bewegung und Spiel.
Eine seitliche Lärmschutzmauer zur Bebauung wurde als legale Graffitiwand ausgebildet. Der offene Platzbereich neben der Brücke bietet mit langen Sitzelementen Aufenthaltsmöglichkeiten für alle Altersgruppen.
Die vorhandene Topografie führte zu einer geneigten Platzfläche, die gleichzeitig die Zufahrt zu den angrenzenden Grundstücken ermöglicht. Eine verschleifende Treppenanlage verbindet den Platz mit der Bahnhofstraße, der Alten Brücke sowie dem weiterführenden Fuß- und Radweg entlang der Lenne.