Neues urbanes Wohnen Am Vogelsang, Bonn-Endenich
| Ort: | Bonn |
| Auftraggeber*innen: | Wohnbau GmbH |
| Planungszeitraum: | 2021-2026 |
| Größe: | ca. 12ha |
| Fotographie: | Fotoatelier Holtschneider |
Die Baufelder 2,3 und 4 liegen zwischen den Grünstrukturen „Grüner Anger“ und „Hangkante“. Zwischen den Gebäuden entstehen Wohn- und Gartenhöfe mit öffentlichem, halböffentlichem und privatem Charakter.
Die Wohnhöfe dienen als Treffpunkte, Erschließungsflächen und integrieren die notwendigen Flächen für die Feuerwehr. Die Gartenhöfe liegen rückwärtig auf der Tiefgaragendecke und dienen den MieterInnen als Erholungs- und Aufenthaltsflächen. Sie werden über unterschiedliche pflanzliche Farbaspekte differenziert: Baufeld 2 rot, Baufeld 3 gelb-grün und Baufeld 4 silber-blau.
Im Entwurf wurden insbesondere Höhen- und Entwässerungsplanung, Pflanzenauswahl, Beleuchtung, Materialien, Ausstattung, Tiefgaragenentlüftung, Feuerwehrflächen und Müllstandorte vertieft. Die Abstimmungen erfolgten mit Architektur, Brandschutz, Haustechnik und bonnorange.
Die Ausstattungselemente werden dunkel gehalten und auf die Fassaden abgestimmt. Die Beläge orientieren sich farblich an den hellen Fassaden; Holzsitzgelegenheiten nehmen die braunen Fassadentöne auf.
An den Erschließungsseiten der Gebäude entstehen Vorzonen mit Gebäudezuwegungen, Fahrradanlehnbügeln auf wassergebundener Wegedecke und Pollerleuchten. Bei Haus A in Baufeld 2 werden Höhenunterschiede durch Rampen mit beidseitigen Handläufen barrierefrei überwunden.
Die Eingänge werden durch geschnittene Heckenkörper aus Eibe (Taxus baccata) in schattigen Bereichen und Feldahorn (Acer campestre) an besonnten Standorten betont. In die Hecken werden Scharlach-Äpfel (Malus tschonoskii) als Hochstämme integriert.
Zwischen den Eingängen sind Gräserpflanzungen vorgesehen. Verwendet werden Lampenputzergras (Pennisetum alopecuroides ‘Cassian‘), Berg-Reitgras (Calamagrostis varia) und in Feuerwehr-Anleiterbereichen Herbst-Kopfgras (Sesleria autumnalis). Ergänzend gliedern Felsenbirnen (Amelanchier ovalis) und mehrstämmige Mehlbeeren (Sorbus aria ‘Magnifica‘) die Vorzonen und dienen als wertvolle Bienen- und Vogelnährgehölze.
Die Wohnhöfe übernehmen Erschließungs-, Aufenthalts- und Feuerwehrfunktionen. Sie werden durch Baumhaine, wassergebundene Wegedecken, Pflanzflächen, Sitzpodeste und punktuelle Spielangebote geprägt.
Der Wohnhof zwischen Baufeld 2 und 3 erhält einen Baumhain aus Blumeneschen (Fraxinus ornus ‘Obelisk‘). Der Wohnhof zwischen Baufeld 3 und 4 wird durch mehrstämmige amerikanische Amberbäume (Liquidambar styraciflua) geprägt; ein Hochbeet sichert hier die erforderliche Substrathöhe auf der Tiefgaragendecke. Der Wohnhof von Baufeld 4 erhält hochstämmige Frühlingskirschen (Prunus subhirtella ‘Fukubana‘) mit rosa Frühjahrsblüte.
Die Flächen werden mit Betonsteinpflaster, wassergebundener Wegedecke und Rasenstegplatten ausgeführt. Rasenstegplatten sichern die Befahrbarkeit für die Feuerwehr und reduzieren die Versiegelung. Die Feuerwehr kann die Flächen vom „Grünen Anger“ und vom Versorgungsweg aus anfahren und vorwärts wieder verlassen.
An den Wohnhöfen sind Unterflurcontainer sowie ergänzende oberirdische Bioabfallbehälter vorgesehen. Die Standorte wurden mit bonnorange abgestimmt und werden durch Feldahornhecken eingefasst. Zusätzlich sind Abstellflächen für Lastenfahrräder vorgesehen.
Die Beleuchtung erfolgt über Mastleuchten in den Vorzonen. Wasserzapfstellen an den Gebäuden dienen der Bewässerung. Das Oberflächenwasser wird über Tiefenlinien und Kastenrinnen gesammelt und abgeleitet.
Die Gartenhöfe liegen auf der Tiefgaragendecke und gliedern sich in private Mietergärten sowie gemeinschaftlich nutzbare Mittelzonen. Sie sind über Treppen, geneigte Wege und teilweise barrierefreie Rampen erreichbar.
Die Mietergärten werden durch 1,20 m hohe Hainbuchenhecken (Carpinus betulus) gefasst und erhalten Rasenflächen. Tore ermöglichen den Zugang der Feuerwehr zu den Anleiterflächen. Höhenunterschiede werden durch Betonwinkelsteine bzw. Betonwinkelelemente ausgeglichen.
Die Mittelzonen bestehen aus Wegeflächen, Pflanzschollen, Rasen- und Wiesenflächen, Sitzpodesten sowie Spielbereichen. In Baufeld 2 sind ein Sandspielbereich, Holzsitzpodeste und rötliche Betonkletterskulpturen vorgesehen. Unter einem Sitzpodest ist die Tiefgaragenlüftung integriert. In Baufeld 4 entstehen drei Spielbereiche mit Sand und Fallschutzkies, unter anderem mit Klettergerüsten, Rutsche, Doppelschaukel und Karussell. Die Spielflächen erfüllen die Anforderungen der Spielplatzsatzung der Stadt Bonn.
Die Pflanzung bildet je Gartenhof einen eigenen Farbaspekt. In Baufeld 2 prägen rotblättrige Rutenhirse (Panicum virgatum ‘Shenandoah‘), Herbst-Kopfgras (Sesleria autumnalis), Bambus-Erle (Alnus glutinosa ‘Imperialis‘), Feuer-Ahorn (Acer ginnala) und Felsenbirne (Amelanchier ovalis) den roten Charakter. In Baufeld 3 wird ein gelb-grüner Farbaspekt entwickelt. In Baufeld 4 bestimmen Weidenblättrige Birne (Pyrus salicifolia), Silber-Pappel (Populus alba ‘Nivea‘) sowie silber-blaue Gräser und Stauden das Bild.
Die Vegetation ist strukturreich aus Rasen- und Wiesenflächen, Gräser- und Staudenpflanzungen, Hochstämmen, mehrstämmigen Bäumen und Sträuchern aufgebaut. Die Gehölze sind standortangepasst, stadtklima- und hitzeverträglich. Arten wie Scharlach-Apfel, Mehlbeere und Felsenbirne dienen als Bienen- und Vogelnährgehölze.
Die geforderte Mindestaufbaudicke der Vegetationsflächen von 50 cm zuzüglich Drainage auf der Tiefgaragendecke wird eingehalten. An Baumstandorten wird das Pflanzsubstrat auf 80 cm angehäufelt. Die Gartenhöfe werden mit Pollerleuchten beleuchtet; Wasserzapfstellen dienen der Bewässerung.