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Literatur Quartier

Freiraumplanerischer Wettbewerb

Ort: Essen (D)

Preis: 1. Preis

Datum: 06-2020

Auslober: OFB Projektentwicklung, Düsseldorf

Das neue Literatur Quartier entsteht auf dem ehemaligen WAZ-Areal in unmittelbarer Nähe zum Essener Stadtzentrum. Über die Bert-Brecht-Straße und die Kruppstraße wird das Quartier an den Hauptbahnhof angebunden. Die Friedrichstraße und die Hohenzollernstraße sollen zu einem grünen Ring entwickelt werden, der das Quartier mit dem Stadtgarten verbindet und einen Ringschluss über die Brunnenstraße zum Hauptbahnhof herstellt.

 

KONZEPT

Das Freiraumkonzept nutzt zur Identitätsbildung des Quartiers das geschriebene Wort, also das Alphabet und deren Buchstaben als Übersetzung des Themas Literatur. Der Entwurf besteht aus einem ‚Buchstabenteppich‘, der den städtischen Platz der Poesie mit dem Hain der Literaten im Zentrum des Quartiers bildet und grünen Gärten der Dramatik, der Lyrik und der Epik in den räumlichen Fugen des neuen Quartiers. Damit wird das Freiraumkonzept dem angrenzenden Nutzungsmix aus Gastronomie und Verwaltung im Bereich des Platzes sowie vorwiegend Wohnen in den städtischen Fugen gerecht.

 

ENTWURF

‚Buchstabenteppich‘

Das gesamte neue Literaturquartier wird mit einem einheitlichen Stadtboden aus richtungslos verlegten Betonplatten mit Buchstabenintarsien versehen und verleiht damit dem Quartier eine eigene Identität. Wie eine ,Buchstabensuppe‘ verteilen sich die Intarsien und ziehen sich durch den Stadtraum , sodass ein hoher Wiedererkennungswert entsteht.

 

Quartiersplatz

Der neue Platz der Poesie spannt sich im Zentrum des Quartiers auf und besteht aus dem ,Hain der Literaten‘ mit einer wassergebundenen Decke sowie einem Wasserspiel aus bodenbündigen Fontänen. Der ,Hain der Literaten‘ besteht aus unterschiedlichen Baumarten wie beispielsweise Kiefer, Birke, Kirsche, Lärche und Ahorn, stellvertretend für die unterschiedlichen menschlichen Charaktere in der Literatur. Unter den schattenspendenden Bäumen befinden sich frei verteilte Sitzbuchstaben aus Holz oder Beton. Sollte der Aufbau und die Statik der Tiefgarage für Gehölzpflanzungen nicht ausreichen, könnte der Hain in der Wassergebundenen Decke über ein umlaufendes Stufenpacket leicht erhöht mit einer entsprechenden barrierefreien Rampe angelegt werden. Ein Wasserspiel, unmittelbar neben dem Hain, im Herzen des Quartiersplatzes sorgt für ein gutes Mikroklima und lädt in den Sommermonaten Jung und Alt zu einer Abkühlung ein. Rund um den Platz der Poesie wird parallel zur Fassade großzügiger Raum für außengastronomische Nutzungen bereitgestellt, die den Platz von den Rändern zusätzlich beleben werden.

 

Literaturgärten

Die Literaturgärten legen sich in die städtischen Fugen und sorgen hier für eine hohe Aufenthaltsqualität. Sie bestehen aus unterschiedlichen Pflanzungen im Wechsel mit kleinen Spielplätzen. Die formale Einteilung der Gärten basiert auf der bestmöglichen Zugänglichkeit und der Vernetzung mit den Blockinnenhöfen der einzelnen Gebäude. Die Gärten bestehen zum Teil aus Hochbeeten, sodass hier mehrstämmige und hochstämmige, klein- und mittelkronige Bäume wie z. B. Zierobstgehölze über der Tiefgarage wachsen können. Pflanzungen aus Gräsern, Stauden, Formgehölzen und Rosen charakterisieren den Garten der Epik, der Lyrik und der Dramatik. Die Spielplätze ordnen sich ebenfalls dem Thema der Literatur in Form von Spielbuchstaben unter. Diese zum Teil farbigen Buchstaben aus Beton oder Stahl können zu Rutschen, Schaukeln, Trampolinen, Kletterwänden, Höhlen und vielem mehr werden. Bänke an den Rändern der Gärten eröffnen immer neue Blickwinkel in das Quartier.

 

Funktionales

Vor den Fassaden der Gebäude werden Lichtstelen im Wechsel mit Fahrradständern und Bänken angeordnet. Diese können in Zukunft auf die noch unklaren Eingangssituationen in die Gebäude reagieren. Die Anlieferung, Müllfahrzeuge und die Feuerwehr bekommen entsprechend der Vorgaben den entsprechenden Raum. Nach Möglichkeit wird der Wendehammer am Ende der Sachsenstraße auf ein Minimum reduziert ("Wenden in drei Zügen").

 

Mobilität

Für die Bewohner und Besucher des Quartiers werden entlang der Gebäudefassaden im regelmäßigen Abstand Fahrradabstellmöglichkeiten zur Verfügung gestellt (jeweils 6 Fahrradstellplätze) in Eingangsnähe der Gebäude (Gastronomie, Einzelhandel und Wohnen). Eine Fläche (ca. 25 m²) für Ladesäulen für E – Bikes, Miet-E-Scooter und Mietroller sind im Südlichen Quartierseingang, in der Nähe der U-Bahn Haltestelle ,Bismarkplatz‘, verortet. An jedem Eingangsbereich des Literatur Quartiers sind jeweils 10 Fahrradstellplätze (5 Fahrradlehnbügel in Doppelaufstellung) positioniert.