1/4 Endlich Frühling! Laura Heidelauf

2/4 Endlich Frühling! Oliver Saure

3/4 Endlich Frühling! Kai Hammelsbeck

4/4 Endlich Frühling! Patrick Maruschyk

Endlich Frühling!

Studentischer Wettbewerb

Ort: Lahr / Schwarzwald (D)

Datum: 05-2012

Auslober: Hochschule Bochum, Fachbereich für Architektur mit club L94

Preisträger: 1. Preis: Laura Heidelauf
    2. Preis: Oliver Saure
    3. Preis: Kai Hammelsbeck
    3. Preis: Patrick Maruschyk

Im Zuge der immer weiter fortschreitenden Reurbanisierung unsere Städte in den letzten Jahren lässt sich auch eine Art „Renaissance der Kleingärten“ beobachten. Während früher das Durchschnittsalter der Kleingärtner um die 60 Jahre lag, wird heute der Großteil der Kleingarten-Nutzer immer jünger. Besonders junge Familien sehnen sich nach dem eigenen „Gartenglück“, welches die Stadtwohnung meistens nicht bieten kann. Außerdem führen gesteigertes Gesundheitsbewusstsein und wachsendes Misstrauen gegenüber der Lebensmittelindustrie zu dem Wunsch, eigenes Gemüse und Obst anzubauen. Vor diesem Hintergrund ist davon auszugehen, dass sich nicht nur die Bedeutung, sondern auch das Aussehen von Kleingartenanlagen in unseren Städten in Zukunft wandeln wird.

Der landschaftsarchitektonische Entwurf für die Landesgartenschau Lahr 2018 des Büros club L94 Landschaftsarchitekten bildete die Grundlage für einen Studentischen Wettbewerb an der Hochschule Bochum. Burkhard Wegener von club L94 lehrt dort am Fachbereich für Architektur das Fach „Freiraumplanung“ und hat im Wintersemester 2011/2012 zusammen mit Prof. Habermann vom Lehrgebiet „Gebäudelehre und Entwerfen“ einen Studentenwettbewerb in Form eines Stegreifs ausgelobt. Thema war der Entwurf eines Gartenhäuschens für die Kleingartenanlage, welche Teil der Daueranlage zur Gartenschau werden wird.

In Anlehnung an die aus dem Russischen stammende „Datsche“, sollte ein Konzept für ein Garten- oder Wochenendhaus entworfen werden, welches auf einem modularen und erweiterbaren Prinzip mit folgenden Bausteinen aufbaut:

S nur Dach
M Wohnraum (Dach + Fassade) für jeweils eine Familie
L Wohnraum + Kochnische
XL Wohnraum + Kochnische + Nasszelle (mit WC)

Weiterhin war zu berücksichtigen, dass es sich um eine „Doppeldatsche“ mit zwei getrennten Nutzern handelt und die Möglichkeiten der Nachbarschaftshilfe sowie die Verwendung von nachhaltigen Materialien bedacht werden sollte.
Von den rund 80 eingegangenen Arbeiten wurden vier mit einem Preis ausgezeichnet.

Laura Heidelauf präsentiert in ihrer mit dem 1. Preis prämierten Arbeit ein Konzept mit großer städtebaulicher Vielfalt. Bei gleicher Materialität aller Gartenhäuser sind Grundriss und Kubatur stark variabel. Ausgehend von einem Grundmodul lassen sich weitere Module anbauen oder aufeinander stapeln.

Die 2. platzierte Arbeit von Oliver Saure besticht durch einen raffinierten jederzeit modular erweiterbaren Grundriss. Ein Dach mit einem kleinen Stauraum darunter bildet den Baustein „S“ und zugleich das Grundmodul der Datsche. Weitere Module wie Wohnraum und Nasszelle können jederzeit ergänzt werden und vervollständigen mit einer offenen Küche den Grundriss.

Den dritten Preis teilen sich zwei Studenten.
Kai Hammelsbeck entwickelte eine Kombination aus Gartenhaus und Zelt. Jede „Doppeldatsche“ kann durch zusätzliche Elemente aus Zeltstoff erweitert werden. Vor der Zeltwand dient eine zweite Haut aus Holzlatten als Sonnenschutz und zum Verschließen der Datsche, heruntergeklappt wandelt sich diese Holzwand zur Terrasse.

Patrick Maruschyk entwarf den „Dachgarten im Garten“. Die Grundausführung besteht aus einer Überdachung in einem Meter Höhe über dem eigentlichen Garten, während das Gartenhaus einen Meter in den Boden eingelassen ist. So entsteht auf dem Dach ein Garten oder Sonnendeck in zweiter Ebene, während der untere Raum Sicht- und Sonnenschutz bietet.