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Revitalisierung des Parks von Schloss Morsbroich

Kooperativer zweiphasiger Planungswettbewerb

Ort: Leverkusen (D)

Preis: 3. Preis

Datum: 02-2020

Auslober: Stadt Leverkusen

Das Schloss Morsbroich, ehemaliger Sitz des Deutschen Ritterordens und derzeit ein hochangesehenes Museum für Gegenwartskunst, ist ein historisches und kulturelles Kleinod der Stadt Leverkusen. Durch die Lage im Grünzug  ‚Dhünnkorridor ‘ mit Verbindung zum Waldgebiet Bürgerbusch, besitzt der Schlosspark eine besondere Bedeutung für die Naherholung sowie den Naturschutz.

Im vorliegenden Bestand ist jedoch der Zusammenhang zwischen dem Schloss, dem Schlosspark und der Umgebung weitgehend verloren. Aus Mangel an Pflege ist der nach englischem Vorbild gestaltete Schlosspark in seinen Grundzügen nicht mehr ablesbar und kaum nutzbar geworden.

 

Konzept

Ziel ist es, die Freiraumqualität des Schlossparks durch sensible Eingriffe wiederherzustellen. Das Gestaltungskonzept strebt an, eine Synergie von Natur, Kultur und Erholung zu erreichen und dadurch eine denkmalgerechte und naturverträgliche Revitalisierung der Parkanlage zu ermöglichen.

Raumbilder

Die verschiedenen Raumbilder und deren Abfolge werden klarer gegliedert und konzeptionell geschärft. Von der neuen offenen Vorplatzsituation soll die Schlossanlage mit dem Wassergraben wieder an Präsenz gewinnen. Deshalb werden Gehölze am Wasser entnommen und das Schloss wieder frei gestellt, sodass seine Gesamtwirkung wieder ablesbar wird. Von den gestalteten Rasenflächen im Inneren der Anlage werden die alten Sichtachsen in den Landschaftspark wieder frei gehalten. Mit der neuen Führung des Rundwegs sind der angrenzende Naturraum wieder mit weiten Wiesen und dichten Waldflächen wieder abwechslungsreich erlebbar.

Aktionspark

Die Vielfalt der Gesamtanlage vom Obstverkauf am Vorplatz, den kulturellen Veranstaltungen im Museum des Schlosses, den Themen des Skulpturenparks und der Möglichkeit von vielfältiger Naturerfahrung verleihen dem Park eine Vielschichtigkeit, die mit den neuen Aktzenten Naturspielplatz und Parkfolie neu Nutzergruppen ansprechen werden.

Auf Pfaden lernen

Die inhaltliche Konzeption des Museums eignet sich hervorragend für die Didaktik der Parkanlage und kann auf das neue Wegesystem übertragen werden. Grundsätzlich ist die Wegestruktur als Rundweg System im Park angelegt. Die verschiedenen Bereiche können so thematisch ergänzt werden. Der Natur Lehrpfad wird als Holzsteg konzipiert der durch die Feuchtbereiche im Umfeld der Teichachse führt. Der Steg ist als Skulptur verstanden und im Bereich der Observatorien kann er in die Höhe  geführt werden so dass man von oben die Tiere beobachten kann.

Entlang des Skulpturenlehrpfades sind Sitzobjekte angeordnet, die Informationen zu den Skulpturen auf der Wiese und zu den Biografien der Künstler geben. Über QR Codes können weitere Informationen im Internet gepflückt werden.

Parkfolie

Im Park soll es in Zukunft ein neues Gebäude. Ein Pavillon für Schulklassen und andere Gruppen, der als außerschulischer Lernstandort, ein Klassenzimmer im Grünen interpretierbar ist. Der Pavillon liegt entfernt von der Schlossanlage in der Tiefe der Landschaft. In der Tradition kleiner Parkarchitekturen, Folies und Teehäuser ist das Objekt in zeitgemäßer Architektursprache zu entwickeln und kann auch für den Rundweg im Park ein spannender Zielpunkt werden.

Skulpturenwiese

Auf der barocken Schlossinsel mit dem Museum sollen in Zukunft nur noch wenige Skulpturen gezeigt werden. Dadurch kann das architektonische Ensemble mit seinen Rasenflächen und Wegen stärker im Focus stehen. In Zukunft werden die Skulpturen auf der großen Wiese positioniert. Hier können sie je nach Thema einen Bezug zu Wiese vor der mächtigen Baumkulissen aufnehmen oder zum nahegelegenen Schloss. Der Blickwinkel kann im Park je nach Position des Rundweges vielfältiger sein als in direkter Schlossnähe.

Entwurf

Ein Erlebnispfad, der die neue Überquerung des Wassergrabens beinhaltet, verbindet den äußeren Schlosspark mit dem Bereich unmittelbar um das Schloss. Der äußere Schlosspark wird so wieder als Bestandteil des Gesamtensembles erkennbar und zugänglich. Eine ausgewählte Sichtachse betont die Raumbeziehung zwischen Schloss und Park.  

Neue Anbindungen an das städtische und regionale Radwegenetz sowie die umliegenden Stadtviertel entstehen. Der äußere Parkteil, der bisher nur über den Innenbereich erreichbar war, wird an der Nord-, West- und Südseite mit Nebeneingängen versehen.

Durch das Entfernen von Hecken und Geländer wird das Wasser besser erlebbar gemacht und die ursprüngliche Offenheit wird wiederhergestellt.

Ein Lehrpfad entlang der Naturdenkmäler führt durch den Außenpark und hebt den Naturraum hervor, insbesondere den ökologisch hochwertigen Altbaumbestand, die mittlere Gehölzinsel, und den großen Teich mit der Graureiherbrutkolonie. In Anlehnung an die entlang des Dhünnkorridors verstreuten Mühlen werden mehrere Lernstationen entlang des  Naturdenkmallehrpfades vorgestellt. Solche Stationen, die mit Bänken und Infotafeln ausgestattet sind, informieren die Besucher und dienen gleichzeitig als ruhiger Aufenthalts- und Treffpunkt.

Ein neuer Spielplatz im Nord-Westen des Schlosses bietet Freizeit- und Spielmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche. Der Bereich ist sowohl über den Nebenweg am Schloss vorbei für die Bewohner des angrenzenden Quartiers, als auch über einen neuen Steg in der Nähe zur Gastronomie erreichbar, was für Besucher mit Kindern eine gute Kombination sein kann.

Der bestehende Parkplatz wird verlegt, um die historische Achse zwischen dem Schloss und der Dhünn frei zu halten. Dies ermöglicht die Schaffung eines Vorplatzes, der für Aktionen wie Herbstmarkt, Weihnachtsbaumverkauf  u.a. zur Verfügung steht. Die Gestaltung des Parkplatzes wurde von der benachbarten Landwirtschaft inspiriert und befindet sich daher unter einem Baumhain. Behindertengerechte Stellplätze und Abstellmöglichkeiten für Fahrräder sind ebenfalls auf dem Schlossvorplatz vorhanden.