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Lippedreieck in Lünen

Einladungswettbewerb

Ort: Lünen (D)

Preis: 3. Preis

Datum: 05-2009

Auslober: Stadt Lünen

Lippedreieck in Lünen

Das „Lippedreieck“ befindet sich westlich des Stadtkerns von Lünen direkt angrenzend an den Flusslauf der Lippe. Es wird im Süden durch die Lippe, im Westen durch die Konrad-Adenauer-Straße sowie im Osten durch die Bebauung an der Gartenstraße begrenzt. Das Planungsgebiet teilt sich in das westlich geplante Wohngebiet „Lippewohnpark“, das östlich geplante Zentralhallenbad sowie den vorgelagerten Uferbereich auf. Das „Lippedreieck“ liegt im Schnittpunkt zwischen Stadt- und  Landschaftsraum und wird daraus seine eigenen Qualitäten formulieren. Die besondere Lage des Wettbewerbraums in der Stadt beinhaltet ein Potential, die Lünener Innenstadt mit dem Naturschutzgebiet „Lippeaue“ westlich der Konrad-Adenauer-Straße zu vernetzen.

 

Konzept

Das Konzept greift die besondere Lage des „Lippedreiecks“ zwischen Stadt und Landschaft auf und öffnet das Gebiet durch zwei Plätze zum Stadt- und zum Landschaftsraum. Der Lünenbadplatz verbindet das „Lippedreieck“ mit der Stadt. Die Lippeterrasse erschließt das Lippeufer. Durch die Öffnung zum Fluss wird die attraktive Wohnlage an der Lippe gestärkt. Unterstützt werden die zwei Plätze durch ein neues Wegekonzept, welches die Verknüpfung des urbanen Kerns von Lünen und dem Freiraum stärkt.

 

Freiraumplanerischer Entwurf

Die Ausgestaltung der zwei Plätze folgt deren unterschiedlichen Orientierungen. Der zur Stadt ausgerichtete Lünenbadplatz erhält eine städtische Gestaltung aus einem einheitlichen Belag aus Betonplatten in den Formaten 60/20, 60/40 und 60/60. Um den Platz aufzulockern wechseln sich helle und dunkle Plattenstreifen unregelmäßig ab. Dadurch wird ein einzigartiger, graphischer Belag mit einem eigenständigen Charakter hergestellt. Das Foyer schiebt sich als einziger Gebäudeteil auf den Platz, so dass der Eingang zum Hallenbad betont wird. Schulbusse können auf dem Platz wenden und die Kinder direkt vor der Schwimmhalle absetzen. Den Abschluss des Platzes Richtung Westen bildet eine doppelte Baumreihe. Darunter sind 48 Parkplätze für das Hallenbad angeordnet, die durch Hecken untergliedert werden. Die Platzfläche nördlich des Lünenbades wird neu geordnet. Neben der Wendeschleife für den Anlieferverkehr sind weitere 15 Stellplätze möglich. 9 Stellplätze befinden sich in unmittelbarer Nähe zum Eingang des Hallenbades. Insgesamt werden 86 Stellplätze angeboten.
Der zur Lippe orientierte Platz wird landschaftlicher gestaltet. Wassergebundene Wegedecke wechselt sich mit Rasen- und Holzstreifen ab. Auf dem oberen Platzabschnitt bildet ein Baumdach einen klaren Raumabschluss. Darunter befindet sich ein Spielplatz für die Bewohner des Lippewohnparks. Eine Vielzahl an Spielmöglichkeiten  z.B. Wackelstege, Netzbrücken, Ausschichtstürme oder Geschicklichkeitsspielgeräte wie z.B. Schaukeln oder Wippen sind in den Spielplatz integriert und bieten den Kindern ein besonderes Spielerlebnis mit Spannung und Action.
Die gesamte Deichkrone entlang des Lippedreiecks wird auf eine einheitliche Höhe von 52,50m ü. NN angepasst, so dass die Bewohner des Lippewohnparks einen freien Blick auf die Lippe erhalten. Der Höhenunterschied von der Deichkrone zum Lippeufer wird mittels einer Sitzstufenanlage aus Rasenstufen ausgeglichen. In unregelmäßigem Abstand sind Trittstufen verteilt. Am Ende der Treppenanlage öffnet sich ein Holzdeck zur Lippe hin und ermöglicht eine hohe Aufenthaltsqualität am Wasser und einen herrlichen Ausblick auf die Lippe auf der Lippeterrasse. Der Zugang zur Lippe führt zu einer verbesserten Erlebbarkeit des Flusses. Bestandsbäume sollen weitestgehend erhalten und in den Entwurf integriert werden. Auf dem Lippeuferplatz werden Bänke angeboten und laden mit Blick auf die Lippe zum Verweilen ein. Am übrigen Ufer werden die Ufergehölze erhalten und zusätzlich ufernahes Weidengebusch gepflanzt, um die Pflanzzonen zu verdichten und die freien Sichtschneisen zu verdeutlichen. Die ufernahe Pflanzung erhält somit eine hohe Bedeutung für Brutplätze. Die Vogelbrutstätten werden vom Lippeuferweg abgeschirmt.
Die Wegestruktur am Lippeufer und dem Lippewohnpark wird neu geordnet. Der bereits bestehende Lippeuferweg bleibt in seiner Lage erhalten, wird jedoch in seiner Wegeführung leicht verändert und  auf 3,50m erweitert. Auf der Deichkrone wird ein zweiter parallel verlaufender Weg angelegt, der einen herrlichen Blick ins Lippetal bietet. Dieser Weg ist von untergeordneter Bedeutung für die West-Ostverbindung. Vielmehr ist er dem Wohnquartier zugeordnet und soll dieses mit dem angrenzenden Hallenbadbereich verknüpfen. Durch genügend Abstand zum „Lippewohnpark“ sowie einer Heckenpflanzung um die privaten Terrassen herum bleibt die Privatsphäre der Bewohner geschützt. Die unterschiedlichen Höhenniveaus des Lippeuferwegs und des Deichkronenwegs sind durch die Treppenanlage und einen Verbindungsweg miteinander verbunden. Am Ende der Wege des „Lippewohnparks“ führen Treppen auf den Lippeuferweg. In Verlängerung dieser Achsen werden die Gehölze entfernt und der Blick auf die Lippe freigehalten. Die Zufahrt zu den Tiefgaragen der Wohngebäude erfolgt über den Lünenbadplatz. Östlich der Graf-Adolf-Straße bis zur Treppenkaskade wird der Belag des Weges verändert. Alle Wege werden aus gefärbtem Asphalt ausgebildet. Besucherstellplätze für die Wohnbebauung befinden sich im Norden des Grundstücks.

 

Beleuchtung

Das Beleuchtungskonzept unterstützt das Stadt-Landschaftsthema und hebt durch gezielt Beleuchtung die Elemente des Entwurfs hervor. Der städtische Lünenbadplatz wird durch große Mastleuchten ausgeleuchtet. Der Lippeuferweg wird in ein dezentes Licht getaucht. Der Lippeuferplatz leuchtet von Innen heraus: unter den Bäumen positionierte Spots setzen die Baumkronen in Szene und generieren eine sanfte Atmosphäre auf dem Platz. Die Stufen leuchten sanft und verbreiten eine gemütliche  Stimmung am Flussufer.