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Stadtplatz Volmemarkt

Städtebaulicher Realisierungswettbewerb

Ort: Meinerzhagen (D)

Preis: 3. Preis

Datum: 08-2014

Auslober: Stadt Meinerzhagen

Architekt: BSV Büro für Stadt- und Verkehrsplanung, Aachen

Die Freiräume rund um die Stadthalle Meinerzhagens bilden den nördlichen Rand des Stadtzentrums. Durch den geplanten Wegfall der zwischen der Stadthalle und dem Volmecenter verlaufenden Straße „An der Stadthalle“ soll ein neuer Stadtplatz mit hoher Aufenthaltsqualität entstehen, der direkt an die Fußgängerzone anschließt und das Nord-Entree zur Innenstadt bildet. Diese Maßnahme als Teil des Programms „Urbanität“ soll dazu beitragen, das Zentrum zu vitalisieren und in Zusammenhang mit der  Qualifizierung der Verbindung vom Bahnhof über den Volkspark zur Innenstadt einen wichtigen Beitrag zur zukunftsfähigen Stärkung der Innenstadt Meinerzhagens leisten. Darüberhinaus bedeutet die im nördlichen Stadthallenumfeld freigelegte Volme das Zurückholen eines Stücks Identität in die Stadt, die den Beginn des Volmetales markiert.

 

Konzept

Das Stadthallenquartier befindet sich im Übergang vom urban geprägten Stadtzentrum zu den nördlich gelegenen in weiten Teilen landschaftlich geprägten Ortslagen Meinerzhagens. Ein grüner Rahmen fasst das Areal und bildet den Übergang zur Landschaft und besonders zum Grünzug der offengelegten Volme. Der Bereich zwischen der Stadthalle und dem Volmecenter wird in einen baumüberstandenen Aufenthaltsbereich und einen offenen, steinernen Platz als Bühne für Veranstaltungen und Aktionen zoniert. Er ist die neue Stadtbühne – ein Ort der Kommunikation und des Handels, ein sozialer, kultureller und gesellschaftlicher Aktionsraum für die Bürger, die ihn mit vielfältigen Aktionen bespielen werden. Die dezidierte Öffnung in Richtung Hauptstraße lässt ihn zum Teil des Innenstadtgefüges werden und stärkt die Verbindung von Bahnhofstraße – Zur Alten Post – Fußgängerzone und Stadthalle. Die Eigenheiten des Kultur- und Landschaftsraumes Sauerland dienen als Inspirationsquelle für die Ausgestaltung des neuen Stadtplatzes.

 

Entwurf

Stadtbühne Volmemarkt

Zur Stärkung des Erscheinungsbildes der gesamten Einkaufszone und Innenstadt wird eine einheitliche, zusammenhängende Gestaltung der Beläge aus kleinteiligem Betonwerkstein vorgeschlagen. Inmitten dieses neutralen Materials markiert ein Feld aus großformatigen, in dunklen Tönen changierenden Betonplatten die Stadtbühne Volmemarkt, die sich zwischen der Stadthalle und dem Volmecenter aufspannt.

Ein besonderes Element auf dem Platz stellt der neue Stadtbrunnen dar. Dieser besteht aus ortstypischen Grauwacke-Natursteinplatten und ist eine Kombination aus Wasserelement und Sitzgelegenheit, die das Erleben des Wassers unmittelbar ermöglicht, aber auch aus der Ferne sichtbar macht, im Gegensatz zu dem vorgeschlagenen bodenbündigen Wassergerinne. Hier können Jung und Alt in sonniger Lage sitzen, dem Plätschern des Wassers lauschen und gleichzeitig dem Treiben auf dem Platz zuschauen. Darüberhinaus könnte der Stadtbrunnen zukünftig als meeting-point und Startpunkt für Stadtführungen oder Wandergruppen genutzt werden.

Nach Westen bildet ein Baumhain aus Eichen die fehlende Raumkante zur Volmestraße hin. Der Hain nimmt Bezug auf die das Landschaftsbild des Sauerlands prägende Laub-Mischwälder, die besonders im Herbst ein reizvolles Bild für Wanderer und Naherholungssuchende darstellen.

Unter den Bäumen werden Spielgelegenheiten für Kinder mit dem identitätsstiftenden Thema „FireWire“  verortet, deren Gestalt sich aus der regionaltypischen metallverarbeitenden Industrie, insbesondere dem Drahtzug, ableitet. Kleine locker verteilte Sitzhocker bieten ergänzend Aufenthaltsmöglichkeiten im Schatten der Bäume.

An Tagen ohne Veranstaltungen auf dem Platz wird die Stadtbühne auch vom südlichen Platzrand aus durch die Außenbestuhlung des geplanten Cafés bespielt. Eine solche Einrichtung stellt eine wichtige Voraussetzung zur Belebung des Stadtraumes dar.

 

Volmegrünzug und Festplatz

Vom Stadtplatz aus wird eine direkte Verbindung entlang der Stadthalle zum neuen Grünzug der offengelegten Volme hergestellt, die in den Volmebalkon als attraktiven Endpunkt mit direktem Bezug zum Wasser mündet. Der Grünzug selber wird mit Bäumen überstellt, die den grünen Rahmen und damit ein ökologisch wertvolles Rückgrat um das Stadthallenquartier bilden, durch das der neue Rad- und Fußweg als Teil des Volmeradwegs führt. Das Bewusste Öffnen des grünen Rahmens an geeigneten Stellen ermöglicht Sichtbeziehungen zum Flusslauf und schafft kleine Aufenthaltsbereiche am Wasser, die die Volme zu einem erlebbaren und ansprechenden Teil der Innenstadt werden lassen.

Die Fläche nördlich der Stadthalle wird weiterhin für die Nutzung als Parkplatz und Festplatz zu Kirmeszeiten freigehalten. Als Übergang zum eher landschaftlich geprägten Volmegrünzug könnte die Oberfläche aus versickerungsfähigem Schotterrasen ausgebildet werden.

 

Beleuchtungskonzept

Neben der selbstverständlichen Gewährleistung der Sicherheit bei Dunkelheit hat die Beleuchtung des Freiraumes auch die Inszenierung des Stadtraumes zum Ziel. Eine Reihe skulpturaler hoher Mastleuchten markiert zum einen die Verbindung von der Fußgängerzone über den Volmemarkt bis zur Volme, zum anderen setzt sie im Bereich der Stadtbühne durch mehrere Strahler pro Mast besondere Lichtakzente. Der Stadtbrunnen als identitätsstiftendes Element leuchtet aus sich heraus und verwandelt das Wasser in den Abendstunden in flüssiges Licht. Bodenbündige Strahler unter dem Eichenhain erhellen die Baumkronen und verleihen dem Ort eine besondere Atmosphäre.

 

Erschließungssystem/Parken

Zwischen der Stadthalle und dem neuen Kreisverkehr wird eine Fläche für ca. 30 Pkw vorgehalten, die mit Bäumen überstellt und mit einer Hecke gefasst die Aufenthaltsqualität und das Erscheinungsbild des Startplatzes nicht beeinträchtigt. Die Anbindung an den Kreisverkehr dient gleichzeitig als Zufahrt für die Marktbeschicker, die ihre Marktstände zukünftig kompakt auf der multifunktional nutzbaren Fläche der Stadtbühne aufbauen können. Dementsprechend sind die Beläge auf dem Platz bautechnisch für Schwerlastverkehr ausgelegt.

Im Anschluss an die Pkw-Stellplatzfläche und in unmittelbarer Nähe zu den Bushaltestellen am Volmemarkt  werden Fahrradabstellmöglichkeiten angeboten.

Auf diese Weise wird ein robustes und flexibles Grundgerüst geschaffen, das sowohl im Alltag als auch im Rahmen von Sonderveranstaltungen funktioniert.