1/3 Neubau eines Wohnquartiers in München-Perlach

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Neubau eines Wohnquartiers in München-Perlach

Einladungswettbewerb, Zweiphasig

Ort: München (D)

Preis: 2. Rang nach Überarbeitung

Datum: 08-2015

Auslober: DEMOS Wohnbau GmbH, Büschl Unternehmensgruppe, München

Architekt: Lorber+Paul Architekten BDA, Köln

Die östlich angrenzende Landschaft zieht sich trapezförmig in das neue Quartier und teilt dieses in einen südlichen und einen nördlichen Bereich auf.  Die Landschaft wird zum Quartierspark, welcher nach Westen hin zunehmend befestigte Flächen aufweist. Ein angemessen dimensionierter befestigter Platz bildet den städtisch geprägten Abschluss respektive Auftakt.

Die weiten Rasenflächen des Quartiersparks sind vielseitig zu Freizeit- und Erholungszwecken nutzbar. Ein Großteil des geschützten Baumbestands kann erhalten bleiben und wird mit Neupflanzungen ergänzt. Der östlich angrenzende Wald setzt sich so in aufgelockerter Form im Quartierspark fort. Nach Westen wird die Wiesen- und Rasenlandschaft zunehmend dichter von Wegen aus Betonplattenbelag und Flächen aus wassergebundener Wegedecke durchzogen. Es eröffnen sich neue Nutzungsmöglichkeiten, der Park schafft hier einen fließenden Übergang von der Landschaft zu einem städtisch geprägten Quartiersmittelpunkt. Der Quartiersplatz wird an drei Seiten von den Gebäuden gefasst; die hier untergebrachten Nutzungen fördern die Belebung und das Bespielen des Platzes. Im Süden finden sich teils besonnte, teils unter dem Schatten der Bäume liegende Bereiche für Außengastronomie. Eine lange Bank mit Blick auf das Wasserspiel aus Fontänen schließt den Platz im Nordosten zum Park hin ab.

Im südöstlichen Bereich des Quartiers befindet sich ein weiterer kleiner Platz mit einem runden Wasserelement. Der befestigte Belag integriert die Fahrbahn der Wohnstraße, welche dort ihren Abschluss findet. Rundbänke um die Bäume laden zum Verweilen ein.

Im Norden bildet ein baumüberstandener Streifen ein grünes Rückgrat als Filter zu den Gärten der angrenzenden Nachbarbebauung. Der südliche Rand wird von einer extensiven Wiesenlandschaft gebildet. Dieser Standort für ortstypische Magerrasenarten bindet das Quartier in das angrenzende Landschaftsbild ein. Auch hier dient ein Saum aus Gehölzen als Filter zwischen dem Bestandsquartier Neuperlach und dem neuen Wohnquartier. Wege durchziehen die Wiesen, verweben die beiden Quartiere und schließen an die Infrastrukturen des Bestands im Süden an. Im Westen bilden Gehölzpflanzungen einen Sicht- und Lärmschutz zum Heizkraftwerk und zum vielbefahrenen Karl-Marx-Ring. Im Nordosten dienen die straßenbegleitenden Bäume und eine zusätzliche bauliche Intervention den gewünschten Lärmschutz zur Bestandsbebauung.

Die von Nord nach Süd verlaufenden Freiräume bilden Aktionsbänder. Hier werden öffentliche Flächen als Treffpunkte und Spielplätze für Kinder im Schulalter untergebracht. In den privaten Innenhöfen, die von der jeweiligen Hausgemeinschaft als kollektive Gartenhöfe zu nutzen sind, werden Kleinkinderspielplätze verortet. Die Gebäude werden von einem Saum aus Privatgärten umgeben. Diese sind mit Hecken voneinander, zu den Innenhöfen und öffentlichen Räumen abgegrenzt.

Der ehemalige Kiesabbau auf diesem Gebiet wird punktuell in Form eines Themenspielplatzes bzw. thematischen Spieleinheiten aufgegriffen. Zum Regenwasserrückhalt im Gebiet werden die Dächer der Neubauten begrünt. Dies dient einer erhöhten Verdunstungsmenge des Niederschlags. Die notwendige Anzahl an Versickerungsgräben kann im Wohngebiet die Heckenpflanzungen begleitend angelegt werden.