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Nutzung Struber-Kaserne Salzburg

Ideen- und Realisierungswettbewerb

Ort: Salzburg (A)

Preis: 1. Preis

Datum: 07-2010

Auslober: ALPINE Bau GmbH,  Kleßheimer Allee Liegenschaftsbesitz- und Entwicklungs GmbH

Architekt: kadawittfeldarchitektur, Aachen

Das seit Jahren ungenutzte ehemalige Kasernengelände zeichnet sich durch die wild gewachsene Wiesenlandschaft aus. Um die seit Stilllegung der Kaserne gewachsenen Qualitäten zu erhalten, sieht der Masterplan vor, über das gesamte Areal eine sehr naturnahe Landschaft zu erhalten. In diese Landschaft werden locker verteilt fünf Decks platziert, auf denen Häuser in einer etwas urbaneren Dichte angeordnet sind. Das auf diesen ‚Wohnschollen’ entstehende Gemenge von insgesamt 300 geförderten Wohnungen ist ein Mix aus Eigentums- und Mietwohnungen – einige mit Gärten, viele mit Balkon oder Terrasse. Die hölzern bekleideten Decks schweben eineinhalb Meter über dem Gelände.  Zufahrten über die benachbarten Straßen erschließen unterirdisch die Parkplätze, die unmittelbar den Wohnschollen zugeordnet sind. Ein Kindergarten und ein kleines Geschäftszentrum werden in der Nähe der Kleßheimer Allee angeordnet und sichern die Nahversorgung des Gebietes.

Das landschaftsarchitektonische Konzept für die Freiflächen der neuen Bebauung des Struberkasernenareals integriert in fließender Form den Wunsch nach einer stadteilübergeordneten Verbindungsfunktion des Grünraumes.  Die wichtige Wegeverbindung von der Glan bis nach Siezenheim findet im neuen Park ihren Lückenschluss, gleichzeitig wird eine Verbindung vom nördlich der Kleßheimerallee gelegenen Wohngebiet nach Süden zur Siezenheimer Straße angeboten.

Die Gestaltung des Parks mit seinen fließenden Wegen durch extensive Wiesen orientiert sich am städtebaulichen Konzept, welches für die Wohnbebauung  eine Gruppierung von Wohneinheiten in Form von Schollen vorsieht. Der Begriff „Scholle“ evoziert das Bild von frei im Meer schwimmenden Eisschollen, auf den Entwurf übertragen schwimmen die Gebäudekomplexe in einem Meer aus Gräsern, umgeben von geschwungenen Wegen und Bauminseln. Dem extensiven ökologischen Charakter des Parks folgend bestehen die Wege aus wassergebundenem Material, lediglich die Hauptwegeverbindungen werden von einem Asphaltstreifen begleitet, der eine Nutzung für Sportarten wie z.B. Inlineskating erlaubt. In die Wiesenflächen eingestreute Spiel- und Sportfelder bieten den Anwohnern der umgebenden Wohngebiete Gelegenheit zu weiteren sportlichen Aktivitäten wie Streetball, Volleyball oder Skaten, den Kindern Spielflächen mit Klettergerüsten oder Trampolinen.

Die Wohnhöfe auf den Schollen sind über Treppen und Rampen mit dem Park verbunden, denkbar wäre z.B. auch eine Rutsche in den Park im Bereich des Kindergartens.

Neben den unmittelbar den Gebäuden zugeordneten privaten Freiflächen bietet jede Scholle eine für die Bewohner gemeinschaftlich nutzbare Fläche an, die intarsienartig die Mitte des Hofes markiert. Die jeweilig unterschiedliche Gestaltung der Intarsie verleiht jedem Hof eine eigene Identität; mal präsentiert sie sich als Garten mit Stauden- und Gräserpflanzung, mal als Sonnendeck, mal als baumüberstelltes Hochplateau oder als mit Bänken eingerahmte Rasenfläche und bietet Raum für  unterschiedlichste Nutzungen wie Grillfeste, Kindergeburtstage oder einfach nur für nachbarschaftliche Kommunikation.

Ein Quartiersplatz an der Kleßheimer Allee im Bereich der Zufahrt zum Areal dient als Treffpunkt für die Bewohner der gesamten Anlage, hier befinden sich kleine Geschäfte sowie ein lokales Versorgungszentrum im Erdgeschoß der Gebäude und 20 oberirdische Besucherparkplätze.