1/4 Neugestaltung der Trierer Schulhöfe

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Neugestaltung der Trierer Schulhöfe

Freiraumplanerischer Realisierungswettbewerb mit Ideenteil

Ort: Trier (D)

Preis: 1. Preis

Datum: 10-2022

Auslober: Stadt Trier

Die gestalterische Grundidee für die Neugestaltung der Trierer Schulhöfe basiert auf der Entwicklung einer Gestaltungsmatrix. In dieser werden die notwendigen und potentiellen Räume für die Gestaltung von Schulhöfen im Allgemeinen zusammengefasst und aufgelistet. Die Gestaltungsmatrix gliedert sich in fünf unterschiedliche Teilräume mit entsprechenden Funktionen und Elementen, die dann auf die verschiedenen Schulformen reagieren und je nach Altersklasse und räumlicher Ausgangssituation angewendet bzw. verortet werden können.

Die Schulhöfe werden in folgende Teilräume gegliedert:

1. Eingangsbereich
2. Bewegungsareal
3. Sportflächen
4. Lernraum
5. Erholungszone

Die Gestaltungs- und Ausstattungselemente sowie die Material- und Bepflanzungsauswahl für die Teilräume basiert auf den Funktionen, die der jeweilige Raum erfüllen muss. So ergibt sich die Möglichkeit die Teilräume auf die räumlichen Rahmenbedingungen anzupassen und die Entwurfselemente nach den Bedürfnissen der einzelnen Schulen auszuwählen.

Räumlich ordnet sich der Eingangsbereich dem Haupteingang der Schule zu. Das Bewegungsareal entspricht dem klassischen Schulhof im Zentrum des Schulgrundstücks. Daran schließen sich die Lernräume an. Gesäumt werden die Schulhöfe von einem Grünen Rahmen mit Gehölzen und Wiesen in denen die Erholungszonen zu finden sind. 

 

Die Nutzungen die auf den Schulhöfen stattfinden werden den Teilräumen zugeordnet. Durch die differenzierte Betrachtungsweise der Teilräume werden Nutzungskonflikte durch beispielsweise unterschiedliche Lautstärkepegel vermieden.

 

1. Eingangsbereich

Der Eingangsbereich dient der Adressbildung, Orientierung und dem Ankommen an der jeweiligen Schule. Hier kommen die Schüler*Innen mit dem Fahrrad, zu Fuß oder dem Auto an und haben die Möglichkeit auf ihre Freund*Innen oder ihre Eltern zu warten. Klassen können sich hier versammeln um gemeinsame Ausflüge zu unternehmen.

 

2. Bewegungsareal

Im Bewegungsareal werden die Bewegungs- und Spielflächen für die Schüler*Innen verortet. Hier sollen sich die Kinder während der Pause auspowern, hier können sie laut sein, Fangen spielen, Springen, Klettern, Ball spielen. Eine speziell auf die Stadt Trier abgestimmte Schullandschaft, die sich aus der Trierer Landschaft ableitet, bietet den Kindern und Jugendlichen die Spiel- und Aufenthaltsmöglichkeiten. Das Bewegungsareal zeichnet sich durch große befestigte Flächen aus, in die sich die Schullandschaften wie selbstverständlich integrieren.

 

3. Sportflächen

Sportflächen im Außenraum spielen vor allem in den großen, weiterführenden Schulen eine große Rolle. Hier werden die Wettkampf-Sportflächen für den Sportunterricht im Freien untergebracht. Um den parallel laufenden Unterricht nicht zu stören und auch eine Nutzung durch Vereine zu ermöglichen, werden die Sportflächen im äußeren Grünen Rahmen verortet

 

4.  Lernraum

Die Lernräume sollen den Schüler*Innen zur Verfügung stehen um auch neben dem Unterricht neue Fähigkeiten zu erlernen, Gruppenarbeiten im Freien zu machen oder Theater- und Musikstücke aufzuführen. Auch ein Schulgarten und -teich gehören zu den Lernräumen. Hier wird erlernt wie Lebensmittel angebaut werden oder welche Pflanzen und Tiere in Gewässern zu finden sind. Durch die Übernahme von Aufgaben in den Lernräumen, lernen die Schüler*Innen zudem Verantwortung zu übernehmen.

 

 

5. Erholungszone

Die Erholungszonen sind kleine Bereiche im Grünen, in denen sich die Kinder zurückziehen können. Wenn ein Kind in Ruhe lesen möchte, ein klärendes Gespräch zu Zweit führen muss oder eine Pause von den vielen anderen Menschen braucht, findet es hier die richtigen Plätze. Die Natursteinblöcke, die ehemalig als Baumbeeteinfassung genutzt wurden, dienen zukünftig als Sitzblöcke in der Wiese. Auch Hängematten oder Liegen können hier verortet werden. 

 

Die Bodenbeläge leiten sich zukünftig von den Fassaden der Gebäude ab. In den vier vorgestellten Schulen sieht man Sandsteinbestandteile oder beige gefärbten Beton. Diese Farbgebung wird auch auf den Bodenbelag übertragen. Die helle Färbung wirkt freundlich, einladend und erhöht den Albedo-Effekt, sodass sich die Flächen im Sommer weniger erhitzen. Die Eingangsbereiche und die Spiellandschaft wird aus großformatigen Betonplatten gefertigt, die anderen Bewegungsflächen aus Asphalt mit abgestreuter Natursteinoberfläche. Die Bäume werden in Flächen aus beiger wassergebundener Wegedecke oder Pflanzflächen verortet. Auch der Fallschutz erhält eine beige Färbung. Standardausstattungselemente, wie Papierkörbe, Leuchten und Hochbeete, werden aus Stahl im Purpur Nigra des Trierer Stadtlogos angefertigt. Sonderelemente erhalten Farbakzente in Petrusrot.

Ziel ist es alle Bestandsbäume zu erhalten und den Grünen Rahmen mit klimaresilienten Zukunftsbäumen, den "Klimabäumen" zu ergänzen. Die Grünbereiche werden mit blühenden Wiesen eingesäht, sodass Lebensräume für die Insekten entstehen und nur ein geringer Pflegeaufwand notwendig ist.

Ein Gestaltungskanon wird über die Gestaltungsmatrix, also der Klassifizierung der entsprechenden Teilräume erreicht. Auch die Schullandschaften sind modular entwickelt und können je nach Platzverhältnissen und Altersstufen in Größe und Nutzung angepasst werden. Die Farb- und Materialsprache sowie das Vegetationskonzept ist auf alle Schulhöfe gleichermaßen anwendbar.