1/4 Tropenklinik Tübingen

2/4 Tropenklinik Tübingen

3/4 Tropenklinik Tübingen

4/4 Tropenklinik Tübingen

Neubau des Bettenhauses der Tropenklinik, Paul-Lechler-Krankenhaus

Ideen- und Realisierungswettbewerb

Ort: Tübingen (D)

Preis: ein 1. Preis

Datum: 02-2012

Auslober: Difäm - Deutsches Institut für Ärztliche Mission, Tropenklinik                      Paul-Lechler-Krankenhaus, Tübingen

Architekten: woernerundpartner, Frankfurt am Main

Das Gestaltungskonzept des Klinikparks charakterisiert sich durch drei übergeordnete Themen: Offenheit, Wegebeziehungen und Gartenräume.

Offenheit
Die in einem Klinikpark gewünschte notwendige Offenheit wird durch ein Aufräumen des bestehenden Parkgeländes erreicht. Sträucher und Kleingehölze werden entfernt. Es entsteht das Bild von meist alten, mehr oder weniger dicht gruppierten Großbäumen, welche von einer Rasenfläche umflossen werden. Die bewegte Topografie des Ortes wird dadurch spürbar und fügt sich als vorhandene Qualität in die Parkgestaltung ein. Die Sichtbeziehungen werden gestärkt. Die grundlegende Ruhe des Bildes wird durch die Mischung ausgiebig vieler Gehölzarten belebt. Nur zu den westlichen und südlichen Rändern bleiben Kleingehölze als Abgrenzung zu den privaten Nachbargrundstücken erhalten und werden gegebenenfalls verdichtet. Über 90% der Gehölze, deren Erhaltenswürdigkeit als hoch bis sehr hoch eingestuft wird, bleiben erhalten.

Wegebeziehungen
Der Park wird von einem Wegenetz durchzogen, welches alle Gebäude und die vorhandenen sowie neugeschaffenen Zuwege zum Gelände verknüpft. Der Verlauf der Wege ermöglicht den Patienten und Besuchern mehrere Möglichkeiten an Rundwegen mit unterschiedlich langen Wegstrecken.
Das Wegeschema untergliedert den Park; zwischen den west-ost verlaufenden Wegen befinden sich markante Baumgruppen und die jeweiligen Klinikgebäude sowie die Pension Albblick. Diese Gegebenheit bietet in der Verbindung mit der geschaffenen Übersichtlichkeit eine hohe Orientierungsmöglichkeit für demente Patienten. Die Gefahr des Sich Verlaufens wird verringert.
Gartenräume
In die Parklandschaft eingestreut liegen drei ebenflächige Gärten. Jeweils über das Wegesystem leicht erreichbar bilden sie in sich geschlossene Einheiten. Auch von externen Besuchern nutzbar dienen Sie vorrangig jedoch den Patienten zum Verweilen oder als Freiluft-Therapiezimmer. Die Therapie kann durch das Belegen der Gärten mit verschiedenen Nutzungen unterschiedlich gefördert werden.

Garten der Sinne: Der nördlichste der drei Gärten ragt balkonartig aus dem Gelände hervor und bietet seinen Besuchern talwärts einen großzügigen Ausblick. Dieser als Erlebnisraum konzipierte Garten fördert über farbig gestaltete Beete, die Verwendung von Duftpflanzen und unterschiedlichen Oberflächenmaterialien die Sinneswahrnehmungen. Haptik und Gangsicherheit können hier therapeutisch in angenehmem Ambiente geschult werden.
Garten der Ruhe: In den Hang eingekerbt bildet der Garten der Ruhe durch die umgebenden Mauerwände einen stark introvertierten Raum. Die sehr dezent gestaltete Mitte des Gartens lädt zur Besinnung und Meditation ein. Wenige Stauden und ein Solitärgehölz in einem Kiesfeld bilden das Medium. Hier können Gesprächstherapien und Gedächtnisübungen stattfinden.

Garten für die Erinnerung: Der als Bauerngarten gestaltete Demenz- und Patientengarten mutet mit dem Bild des ländlichen Gartens an, der vielen alten Menschen als Bild bekannt ist. Die hier verwendeten Nutz- und Zierpflanzen haben für Demenzerkrankte einen hohen Wiedererkennungswert und wecken bei vielen Patienten Erinnerungen. Die Beete können aktiv von den Patienten mit gepflegt und kreativ gestaltet werden und können Teil der Therapie sein. Die Hochbeete ermöglichen einerseits Patienten im Rollstuhl die Gartenarbeit und bilden gleichermaßen Barrieren zum offenen Park hin. So kann durch das Schließen kleiner Zuwege zwischen den Beeten ein komplett separierter Gartenraum entstehen, der ein mögliches Weglaufen verwirrter Patienten verhindert. Die Geschlossenheit dieses Gartenraumes gibt dem Patienten ein Gefühl der Geborgenheit.

Bewegungstherapie, Gruppengymnastik, gemeinschaftliche Gedächtnisübungen und Ratespiele können auf dem gesamten Gelände stattfinden. Hierzu bieten sich sonnige, halb- oder vollverschattete Plätze an.