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Neubau Firmengelände Doppelmayr

Einstufiger, geladener Realisierungswettbewerb

Ort: Wolfurt (AT)

Preis: 1. Preis

Datum: 08-2013

Auslober: Doppelmayr Seilbahnen GmbH

Architekt: AllesWirdGut Architektur, Wien (AT)

 

 

Konzept

Das Grundstück des neuen Firmengebäudes der Firma Doppelmayr bildet am südwestlichen Rand des bestehenden Gewerbegebietes Hohe Brücke den Auftakt und trägt in hohem Maße zur Adressbildung an dieser Stelle bei. Die Architektur des Neubaus lehnt sich an die Kleinteiligkeit dörflicher Strukturen an. Zur Hervorhebung der besonderen Gebäudestruktur wird der neue Firmenbau auf einem großzügigen, einheitlichen Belagsteppich errichtet. In Anlehnung an die Form  der Kuben werden großformatige quadratische Betonplatten verlegt. Dies erzeugt Klarheit und unterstützt bildhaft die Identität der Firma Doppelmayr, welche sich unter anderem durch Strukturierung und Geradlinigkeit auszeichnet.

Im Westen und Süden wird das Grundstück von einer qualitätvollen Landschaft umgeben. Mit Blick zu den Alpen erstrecken sich mit Riedgräsern bewachsene Feuchtwiesen und bewirtschaftete Äcker. Im Süden verläuft die Schwarzach unmittelbar neben der Kesselstraße. Es besteht die Möglichkeit, das Grundstück über die kaum befahrene Kesselstraße hinweg bis zur Schwarzach mit einzubeziehen, um das gegebene Potenzial des Ortes nutzen zu können. Der einheitliche Plattenbelag wird nach Süden erweitert. Eine Borte aus hölzernem Belag bildet den Abschluss zum Wasser hin. Es entsteht ein langgestreckter Balkon, der durch seine Abstufung eine Sitzkante ausbildet. Das Wasser und die Landschaft werden erlebbar und es entsteht ein Ort, der nicht nur zum Aufenthalt in den Arbeitspausen sondern auch den anrainenden Dorfbewohnern als Aussichtsbalkon dient.

Über die Schwarzach führt eine kleine, personenbetriebene Seilbahn. So kann auch der Dammweg am südlichen Ufer auf kurzem Wege erreicht werden. Darüber weist die Gondel auf die Branche der Firma Doppelmayr hin.

Im Gegenzug, dass sich der befestigte Belag bis zur Uferkante hinauszieht, ziehen sich die Landschaftselemente auf das Grundstück und in die Nischen zwischen den Gebäudekuben hinein: Die Betonplatten sind teilweise ausgestanzt und bilden mit ihren Rasen- und Gräserintarsien pixelartige grüne Flächen, die den umgebenden Vorplatzbereich mit den kleineren hofartigen Situationen verbindet. Hier finden sich die Pflanzen der benachbarten Riedlandschaft wieder. Vereinzelt gepflanzte Bäume bieten Schatten und langgestreckte Bankelemente bieten sonnenausgerichtete Sitzgelegenheiten in Gebäudenähe.

 

Adressbildung

Die Zufahrt des Firmengeländes erfolgt für Mitarbeiter, Anlieferung und Besucher aus Norden über die Konrad-Doppelmayr-Straße. Der Haupteingang des Gebäudes ist nach Osten ausgerichtet. Im Foyerbereich bildet sich durch die Änderung in der Farbgebung eine Bänderung im Plattenbelag aus, die das Entree hervorhebt. Unter den überkragenden Bauteilen bildet sich so eine witterungsgeschützte und doch repräsentative Eingangs- und Vorfahrtssituation heraus.

 

Funktionales

Im Süden verzahnen sich Innen- und Außenraum miteinander. Landschaft und Gebäude kommunizieren und bilden Interaktionsräume. Die nördliche Gebäudekante verläuft dagegen sehr streng. Das nördliche Firmengelände dient der Verortung funktionaler Elemente. Dort befindet sich die Zufahrt der Anlieferung und zur Tiefgarage sowie 30 PKW-Stellplätze. Nordwestlich werden 120 überdachte Fahrradstellplätze errichtet. An der nördlichen und westlichen Grundstücksgrenze befinden sich Entwässerungsflächen mit ausreichender Kapazität zur Entwässerung der befestigten Flächen. Die Mulden sind mit regional vorkommenden Gräser- und Schilfsorten bepflanzt. Eine Reihe aus Silberweiden (Salix alba) grenzt zum Nachbarn hin ab und fügt sich in das bereits bestehende Grünkonzept des Gewerbegebietes ein.