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Vulkanplatz in Zürich-Altstetten

Realisierungswettbewerb

Ort: Zürich (CH)

Datum: 01-2007

Auslober: Stadt Zürich, SBB AG Bern

caldera – Vulkanplatz Zürich Altstetten
Nördlich des Bahnhofs Zürich Altstetten liegt an der Bahnlinie Zürich – Bern/Basel das WestLink-Areal.
Bereits in den letzten Jahrzehnten etablierte sich zwischen den Stadtteilen Alt-Altstetten und Grünau das neue städtische Entwicklungsgebiet Altstetten-Juch. Während Alt-Altstetten südlich der Bahnlinie und Grünau nördlich der A1 von Wohnquartieren und Grünflächen entlang der Limmat geprägt werden, entwickelte sich mit Altstetten-Juch ein Dienstleistungsquartier, das bereits nationale und internationale Konzerne wie UBS, IBM, Bank Julius Bär und Alllianz als attraktiven Standort für ihre Neubauten wählten.
Mit der Gebietsentwicklung WestLink-Areal wird dieses Dienstleistungssquartier nun nach Osten bis zur Europabrücke erweitert und der Standort weiter aufgewertet.
Drei prägnante Gebäude mit Wohnungen, Büronutzungen und Verkaufsflächen sowie Gastronomie und ein Hotel werden auf dem zurzeit brachliegenden Gelände entstehen. Diese Bauten mit ihren quaderförmigen Volumen fassen und bestimmen die Ränder des neuen Stadtplatzes, der Vulkanplatz.
Geprägt wird der Platz maßgeblich durch verschiedene Verkehrsinfrastrukturanlagen wie die Endschlaufe des Tram Zürich-West, sowie Haltestellen und Einrichtungen der SBB.
Es gilt nun den Vulkanplatz als Pendant des 2005 neu gestalteten südlich des Bahnhofs gelegenen Altstetterplatzes zu entwickeln.

Konzept
Ziel ist es, den Vulkanplatz als einen modernen urbanen Platz zu gestalten. Durch hochwertige Gestaltung soll er die gute Adresse des neuen Stadtteil Altstetten-Juch werden.
Das neue Westlink Areal entsteht als Fortführung des Dienstleistungsquartiers zwischen Der A 1 und der Bahnlinie. Als nördlicher Bahnhofsplatz von Altstetten ist er geprägt von Verkehrsfunktionen und dient vorwiegend dem Ankommen und Abfahren, Umsteigen und Durchlaufen. Die Verkehrsfunktionen von Tram, Bus, Taxi, Vorfahrten und Parken von Fahrrädern und Motorrädern sind überwiegend den Rändern zugeordnet. Es gibt keine Anforderungen an die Platzmitte Märkte und Veranstaltungen stattfinden zu lassen. Dennoch werden auch Nutzungen wie kurzes Verweilen, Kaffeetrinken und Arbeitspausen Verbringen eine Rolle für den Platz und seine Atmosphäre spielen.
Somit ergeben sich für den Vulkanplatz unterschiedliche Zonierungen. Die Ränder werden vorzugsweise mit den dynamischen und organisatorischen Nutzungen belegt, während das Innere der Tramschlaufe als Skulptur ausgebildet wird und unterschiedlich bespielt werden.
Die Suche nach der Identität dieses Stadtraumes führt zum Namen des Platzes. Die ungewöhnliche Bezeichnung als VulkanPlatz wird zum Motiv für die artifizielle, skulpturale Gestaltung der Platzmitte. Die Mitte des Platzes wird zu einem Trichter, die Caldera, modelliert und dadurch mit einer brunnenartigen Skulptur besetzt. Ein durchschreiten dieser Skulptur ist möglich. Spielende Kinder, Skater und Zuschauer am Rand werden den Platz beleben und ihn zu einem wichtigen, charaktervollen Bestandteil des Stadtteils Altstetten machen.

Entwurf
Das bestimmende Material des Vulkanplatzes ist anthrazitfarbener Basaltstein (alternativ dunkler Granit oder Asphalt).
Ein Teppich aus geschliffenem Basaltplatten wird über das gesamte WestLink-Areal gelegt. Von den Rändern ausgehend wird der Plattenbelag von dem Format 80/80 über 40/40 und 20/20 bis runter auf 10/10 verlegt und im Innern der Tramschlaufe zu einem Trichter, der Caldera, modelliert. Der Rand der Caldera wölbt sich ca. 1,00 Meter nach oben und fällt danach in sanftem Schwung bis auf -0,75 Meter an der tiefsten Stelle ab.
Aus einer Fuge am inneren Rand der Caldera breitet sich Nebel über die Mitte des Platzes aus.
Je nach Jahreszeit verändert sich der Aggregatzustand des Caldera-Nebels.
Zur Winterzeit, wenn sich weißer Schnee über den Platz gelegt hat, wird im Inneren der Caldera der Schnee geschmolzen, Spuren breiten sich über den Platz und lassen den dunklen Basaltstein des Untergrundes im spannenden Kontrast zum Schnee erscheinen.
An anderen Tagen wiederum überzieht gefrorener Nebel den Boden der Caldera mit Eis und wird für Eisläufer zum besonderen Erlebnis auf dem Vulkanplatz.
An heißen Tagen im Sommer sorgt kühler Sprühnebel für Abkühlung und eine seichte Wasserfläche lädt zum Spielen oder einfach zum Verweilen ein.
Rot- und orangefarbene Bodenstrahler tauchen den Nebel zur Nacht in ein faszinierendes Magmalicht.
Die Skulptur der Caldera besetzt den Platz und hält ihn gleichzeitig offen. Hier wird auf Einbauten jeglicher Art verzichtet, diese werden an die äußeren Bereiche des Platzes gelegt.

Außerhalb der Tramschlaufe organisieren sich die Haltestellen. Auf den Teppich aufliegende Plattformen aus anthrazitfarbenen Betonplatten bilden sowohl die Bushaltestelle als auch die Tramhaltestellen. Eine Wartehalle an der Bushaltestelle sowie Sitzelemente und Informationen zu den Verkehrsmöglichkeiten stehen den Wartenden hier zur Verfügung.

Die Erdgeschossebene der Gebäude ist barrierefrei zugänglich. Die Eingänge werden ebenfalls von Einbauten weitestgehend freigehalten, lange Sitzelemente neben den Eingängen laden zum Verweilen unter dem Vordach der Gebäude ein.
Ein Café sowie eine Hotel-Lounge könnten mögliche Anbieter für Aussengastronomie am Vulkanplatz sein.

Zwischen den WestLink-Gebäuden im Osten des Platzes (Ideenperimeter) organisieren sich sämtliche Parkplatznutzungen und Anlieferungsbereiche.
Hinter dem Hotel mit Zufahrt von der Aargauertraße unter der Europabrücke befinden sich die Langzeit und Kurzeitparkplätze, westlich des Towers die Fahrrad- und Motorradstellplätze.
Eine Anlieferung des Hotels wird ebenfalls über den Parkplatz gewährt, versenkbare Poller verhindern allerdings die Befahrung des Platzes durch Unbefugte.

Der Busverkehr erfolgt parallel zum Verlauf der Tramgleise, ebenso wie die Taxi- und Reisecar-Vorfahrt zum Hotel.
Am Verkaufspavillon der SBB mit B+R-Anlage befinden sich 3-5 Taxistandorte, die über die Anlieferungsspur des Gebäudes WestLink B2/B3 den Platz wieder verlassen.

Zwei Birkenreihen, über der Bushaltestelle im Westen und über den Parkplätzen im Osten, geben den Platz eine grüne Fassung an den äußeren Rändern.

Lichtstelen Rahmen die Ränder des Vulkanplatzes und gewähren ebenso wie die Gebäude eine ausreichende Beleuchtung der Aufenthalts- und Bewegungsräume zur Orientierung und Sicherheit.
Die Mitte des Platzes hingegen bleibt unbeleuchtet und wird durch das bereits erwähnte Magmalicht inszeniert und atmosphärisch gestaltet.